Nachhaltiger Staat.

Ein nachhaltiger Staat nimmt die öffentliche Daseinsvorsorge selbst in die Hand und stellt das Wohlempfinden vor Profitinteressen.

 

 

Ein nachhaltiger Staat ist für mich ein sozialer Staat, der Fragen von sozialer Fürsorge und ökologische Fragen zusammen betrachtet und dabei stets den Menschen im Mittelpunkt behält.

Solidarität muss in unserer Gesellschaft wieder stärker gelebt werden. Deshalb will ich eine Bürgerversicherung, in die alle einzahlen. Das entlastet das Gesundheitssystem finanziell und sorgt für mehr Spielraum für Investitionen.

Ich möchte Arbeitsplätze, die das nötige Einkommen ermöglichen, um gut leben zu können. Der öffentliche Bereich sollte dabei mit gutem Beispiel vorangehen und bei der Vergabe von Aufträgen besonderen Wert auf Kriterien wie Tarifbindung, Innovation oder Geschlechtergerechtigkeit legen.

 

 

Medizinische Versorgung im ländlichen Raum

In Mittelsachsen gibt es in einigen Regionen zu wenig Allgemeinmedizinner:innen und Fachärzt:innen. Ziel einer nachhaltigen Politik muss es sein, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum zu gewährleisten. Ich will einen Landkreis der kurzen Wege. Dies gilt auch für den Gang zum Arzt.

Eine eigene Praxis als junge:r Mediziner:in zu eröffnen ist mit hohen finanziellen Hürden verbunden. Eine Lösung kann die finanzielle Förderung von Tandempraxen sein: Eine Kombination aus jungen Ärzt:innen und erfahrenen Landärzt:innen, die ihren jungen Kolleg:innen zur Seite stehen. Ich halte es für sinnvoll, dass man Studieabsolvent:innen, die auf dem Land praktizieren wollen und dafür mit dem Gedanken spielen eine Praxis zu übernehmen, die Möglichkeit geben muss, dort vor Ort für einen Zeitraum mitzuarbeiten ohne unternehmerische Verpflichtungen. Sollte dies finanziell von den ansässigen Ärzten nicht zu stemmen sein – was dem Regelfall entsprechen wird –  muss eine finanzielle Unterstützung helfen, die diese Mitarbeit möglich macht. Ich glaube, wenn Mediziner:innen den Alltag in einer solchen Praxis kennenlernen, entscheiden sie sich eher dafür eine Praxis zu übernehmen.

Weiterhin braucht es steuerliche Entlastungen und finanzielle Vergünstigungen für Praxiseröffnungen. Dabei spielt auch die Attraktivität vor Ort eine Rolle. Schnelles Internet, kulturelle Angebote, gute Kitas und Schulen für Familie und Freizeitangebote – Standortvorteile schaffen ist das Gebot.

Ich denke, helfen wird auch eine Imagekampagne im Medizinstudium, damit sich mehr Studierende bewusst für die weitere Ausbildung bspw. als Allgemeinmediziner:innen entscheiden.

Zusätzlich muss der Numerus Clausus fallen. Im Moment können fast nur Abiturient:innen mit einem Schnitt von 1,0 oder ein klein wenig schlechter Medizin studieren. Das ist aber kein Kriterium für einen erfolgreichen Abschluss. Im Studium der Rechtswissenschaften habe ich selbst erlebt, dass Kommiliton:innen mit einem Abiturdurchschnitt von 3,0 oder schlechter, hervorragende Jurist:innen werden. Es kommt auf die Interessen und die Profession für den Beruf als Arzt oder Ärztin an. Ich bin für eine vollkommene Öffnung des Medizinstudiums ohne Zugangsbeschränkungen. Nur die Tatsache, dass es so viel mehr Anmeldungen geben wird, erhöht den Handlungsdruck die Lehre und Betreuung im Studium zu verbessern. Es ist auch darüber nachzudenken, ein Medizinstudium für Absolvent:innen eines Fachabiturs zu öffnen und pflegerische oder soziale Vorkenntnisse stärker als bisher zu berücksichtigen.

Die Bedarfsschlüssel müssen reduziert werden. Im Moment ist z.B. durch die kassenärztliche Vereinigung für eine Stadt wie Freiberg und deren Umkreis für 50.000 Menschen ein Bedarf für zwei Hautärzte vorgesehen. Diese gibt es in der Stadt. Formell ist daher keine Unterversorgung gegeben. In der Realität bekommt man aber keinen zeitnahen Termin.